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Planvorlage
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mb-13-01.htm; 01.2013
© erschienen in MODELLWERFT 6/2012
"N I O B E"
Segelsportmodell der 30er-Jahre

Baubericht von Norbert Hanßen

Die Niobe stammt aus einem Riß von Artur Tiller, der in den 30er- und 40er-Jahren Segelsportmodelle zeichnete. Mein Modell war ein 1 m langes Boot und trug laut Plan den Namen Seemöwe. Ich vergrößerte den Riß auf 150 cm Länge. Ein alter Segelspruch lautet: "Länge läuft". Die Aufbauten des Boots mußte ich mir selbst einfallen lassen. Da es sich laut Plan nur um ein Zweckboot handelte, zeigt er keine Aufbauten.

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Maßstab: 1 : 15
Länge (Rumpf): 150 cm
Höhe: 230 cm
Verdrängung: 12 kp

 Der Rumpf
Das Spantgerüst wurde aus 5-mm-Pappelsperrholz gefertigt. Das Ganze wurde über Kopf auf ein stabiles Brett montiert, dann konnte mit der Beplankung begonnen werden. Bei den Planken kam sibirische Lärche in den Maßen 3x7 mm zum Einsatz. Dieses Holz ist sehr hart und nicht leicht zu bearbeiten. Dafür sind die Jahresringe sehr eng gewachsen, was beim Lackieren gut hervortritt. Für das Unterwasserschiff verwendete ich Abachileisten. Als der Rumpf fertig beplankt war, wurde er innen mit Harz ausgestrichen, damit Wasser später keinen Schaden anrichten kann.

Der Holzkiel wurde laut Plan abgeschnitten und für den Gipsabdruck verwendet. Die ca. 6 kg schwere Bleibombe wurde anschließend wieder mit dem Holzkiel verbunden. Dann wurde alles gespachtelt und geschliffen sowie mehrfach lackiert.
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 Das Deck
Als Grundlage für das Deck wurde 1-mm-Flugzeugsperrholz verwendet. Die Decksbeplankung besteht aus 3x4 mm-Ahornleisten, die Laibhölzer und die Königsplanke wurden wieder aus sibirischer Lärche gefertigt. Jetzt konnte alles geschliffen und mehrfach mit Bootslack lackiert werden. Die Laibhölzer und die Königsplanke wurden abgeklebt, daraufhin wurde das Deck mit 1.200er-Nassschleifpapier abgeschliffen, damit der Glanz des Bootslacks wieder verschwand. Nur die Königsplanke und die Laibhölzer blieben glänzend.

Ein Tipp für ein dauerhaftes Deck: Die Fugen zwischen den Decksplanken werden mit 5-Minuten-Epoxydharz ausgefüllt und das Ganze wird danach mit einem Cutter-Messer plan abgezogen. Erst dann kann das Deck lackiert werden - Sonne, Wind und Wasser haben jetzt keine Chance mehr! Andere Methoden haben sich über die Jahre gesehen nicht bewährt (Kartonstreifen etc.).
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 Aufbauten
Sämtliche Aufbauten sind aus 3-mmMassivholz gefertigt und lassen sich abnehmen.
Der Decksausschnitt hat den Vorteil, daß man problemlos an alle technischen Eingeweide herankommt. Selbst das Cockpit läßt sich komplett entfernen.
Alle Relingstützen sind lediglich gesteckt, so daß man sie jederzeit austauschen kann.
Bugkorb, Technische Einbauten
Als Segelwinde kommt eine Hitec-Winde (6 V) zum Einsatz.
Empfänger und Winde werden von einem 6-V-Akku mit Strom versorgt, das Ganze ist über Stromwächter von Graupner abgesichert. Wenn die Spannung sinkt, wird ein Pfeifton abgegeben.
Das Ruderservo sollte bei diesem Boot kräftig (11 kg Zug) sein, damit es auch für Starkwind, also für vier bis sechs Windstärken geeignet ist.
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Das Rigg
Der Großbaum, der Mast und die Wendefock wurden aufgrund der feinen Maserung aus sibirischer Fichte gefertigt.

Die Segel stellte ich aus Optisegelstoff her;
dieser Stoff ist etwas steifer und steht deshalb gut.
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Probefahrt
Im Sommer 2010 war es dann soweit, das Boot konnte getestet werden.

Vor meiner Haustür befindet sich der Badsee bei Leutkirch im Allgäu. Dieser See ist ideal für Segelboote, denn egal, aus welcher Richtung der Wind kommt, segeln ist immer möglich.

Am Tag der Probefahrt herrschte Windstärke 3 bis 4 aus Südwest, mit leichtem Wellengang. Die Niobe legte ab und nahm sofort Fahrt auf. Halsen und Wenden waren kein Problem, der "Steuermann" hatte nicht viel zu tun.
Ab und an schoß eine Welle über das Schiff, was durch die am Heck montierte Mini-Kamera eindrucksvoll dokumentiert wurde.

Aufs Ganze gesehen ist die Niobe ein gutmütiger Segler.
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Video der NIOBE auf Youtube
Es grüßt aus dem Allgäu
Norbert Hanßen


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